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Peet Borgstein

Peet Borgstein
feminist critics of psychiatry
My twitter handle:

@_Steinmaedchen

My website/blog:

www.identitaetskritik.de

My topics:

rape culture

My languages:

German English

My bio:

Peet Borgstein is a feminist and anti psychiatric activist. She does not like psychs and is a sceptic towards psychologists.
She likes reading old books and asking tough questions - also she really like projects which are controlled by the affected persons. She can be really academic, but she prefers to blog.

Examples of previous talks / appearances:

Hysterisch, depressiv, voll borderline – warum wir eine feministische Pathologisierungskritik brauchen

„Du bist ja total hysterisch“ ist ein Ausdruck, den wir auch heute noch kennen. Hysterisch dient damit als Delegitimierung, um zu sagen: Du übertreibst. Doch als psychiatrische Diagnose spielt „Hysterie“ heute keine Rolle mehr, ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Ganz hoch im Kurs dagegen „Depressionen“ oder „Borderline“. Diagnosen sind nicht ohne ihre geschlechtliche Dimension betrachtbar.

In diesem Vortrag geht es darum, welche Konsequenzen die Pathologisierung von Verhalten und Erleben hat. Aus feministischer Perspektive reicht es nicht, den Umgang mit Diagnosen zu kritisieren, sondern das Modell selbst muss in Frage gestellt werden, um nicht das herrschende System von Geständnissen, Selbstdisziplinierung und Psychiatrie zu stützen. Feministische Politik braucht andere Anerkennungsstrategien von Krisen, muss das Konzept des „Abnormen“ in Frage stellen und sollte Klassifikationssystemen nicht nur skeptischsondern ablehnend gegenüberstehen.




Die zerbrechliche Frau - Kritik der Psychopathologie in feministischen Räumen

Triggerwarnungen haben sich ebenso etabliert wie Awareness-Strukturen.

Was bedeutet diese Entwicklung? Für wen sind diese Strukturen und Ansätze (tatsächlich) gedacht?

In feministischen Räumen werden zunehmend Methoden der Psychologie übernommen. Individuelle Emotionen stehen im Vordergrund – ohne dass diese in die Prozesse eingebunden werden, in denen sie her(r)gestellt werden. Verhalten und Empfinden werden selbst in feministischen Räumen pathologisiert (für krank erklärt) und das Sprechen über (sexualisierte) Gewalt auf Psychotherapien ausgelagert.
Welche Emotionen sind erlaubt? Welches Bild von Frauen wird in diesen Entwicklungen reproduziert? Welche Umgänge mit Gewalterfahrungen sind gestattet?

Es geht im Vortrag um eine Kritik daran, Frauen für krank und zerbrechlich zu erklären und wie dies in feministischen und linken Räumen häufig reproduziert statt hinterfragt wird.

Es wird einen längeren Input geben, in Diskussionen wird es aber auch Raum geben, sich zu streiten und sich gemeinsam kritisch mit der
Thematik auseinanderzusetzen.

//Gehalten 1014 in Göttingen auf dem Antifee,
beim Queerfeministischen Sommercamp,
in Marburg im Havanna 8 (Dort entstand die Radioaufnahme)//




I hurt myself – Wenn „My body – my choice“ nicht mehr zählt. Selbstverletzung aus feministischer Perspektive

Wenn es um reproduktive Rechte geht gilt die Forderung: „My Body, My Choice!“. Doch wenn sich mit scharfen Klingen in die Haut geschnitten wird, freiwillig gehungert oder mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen wird, gilt das nicht mehr. Denn das gilt in der Gesellschaft als Teil psychischer Störungen, als destruktiv. Wenn auf Körpern zu viel sichtbar wird, greifen die psychiatrischen Sanktionen in hoher Geschwindigkeit. Was hat das mit Körperpolitiken zu tun?
Zwischen Relativierung („Nur eine pubertäre Phase“) und Dramatisierungen („Suizidversuch“) bewegen sich die Außenansichten. Selbstverletzung wird in der geschlechtlichen Dimension zumeist nur als „nach innen gerichtete Aggression von Frauen und Mädchen“ verhandelt. Widerständigkeit und Aneignung des eigenen Körpers werden wenn überhaupt als „dysfunktional“ gewertet. Doch was kann es jenseits dessen heißen, den eigenen Körper zu verletzten? Was kann das widerständige Potential darin sein, die Antastbarkeit des Körpers nach außen zu tragen?
In dem Vortrag geht es um eine feministische Annäherung an das Thema Selbstverletzung, jenseits von Idealisierung und psychiatrischer Verdammung.