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Maria Bühner

Lesbians in East Germany
My website/blog:

http://www.sozphil.uni-leipzig.de/cm/kuwi/mitarbeiter/maria-buehner/

My topics:

zinefest zine

My languages:

German English

My city:

Leipzig

My country:

Germany

My bio:

since 10/2014 – PhD, Institute for Cultural Studies/Graduate School Global and Area Studies, Leipzig University
topic: Lesbian Subjectivization in East Germany (1960s – 1980s), supervisior: Prof. Dr. Maren Möhring
2007 - 2013 B.A. & M.A. Cultural Studies Leipzig University & University of East London

since 2013 workshops and talks on lesbians in East Germany and queer/feminist zines

Examples of previous talks / appearances:

Vortrag "Die Psychiatrisierung der Lust. Der Umgang mit lesbischem Begehren in der Psychiatrie der DDR" am 13. Dezember 2017, Ringvorlesung Jenseits der Geschlechtergrenzen, Universität Hamburg

Die Psychiatrie ist der Geburtsort der modernen Homosexualität. Wie Foucault ausführt, wurde dort der_die Homosexuelle vom reinen Rechtssubjekt zu einer durch ihre_seine Sexualität geprägten Persönlichkeit; eine Prägung, die sich auch in ihrem_seinem gesamten Verhalten und Körper widerspiegle. Wie wirkmächtig waren diese Vorstellungen in der Folge? Was bedeuteten sie für konkrete Praktiken in den Psychiatrien?

Basierend auf Krankenblättern gibt der Vortrag Einblicke in den Umgang mit homosexuellen Begehren von Patient_innen während der 1960er und 1970er Jahre. Die dokumentierten Bewertungen und Praktiken stützten sich auf wissenschaftliche Forschungen, welche ebenso Gegenstand des Vortrags sind. Ein prominentes Beispiel sind die Studien des Endokrinologen Günter Dörner, der Homosexualität als „heilbare Krankheit“ imaginierte. Dörner versuchte ab den 1960er Jahren mit Hilfe von Experimenten an Ratten und Menschen nachzuweisen, dass Homosexualität die Folge einer hormonellen „Fehlprägung“ während der Schwangerschaft und dementsprechend heilbar sei.

In den analysierten Krankenakten zeigte sich deutlich ein ebenso pathologisierender Blick auf homosexuelles Begehren. Die Diagnosen reichten von „sexuelle Perversionen und Sexualneurosen“ bis hin zu „Sexopathie“. Die Patient_innenakten dokumentieren diskriminierende Behandlungen wie Befragungen zu intimsten Themen und unnötige gynäkologische Untersuchungen. Homosexualität wurde als vermeintliche „Verfehlung“ des Frau-Seins verstanden, die es genauestens zu dokumentieren, zu vermessen und zum Teil zu unterbinden galt. Die Psychiatrie fungierte als Ort, an dem lesbisches Begehren als „Krankheit“ begriffen und diszipliniert wurde, wobei die Grenze von „normal“ zu „abnormal“ in Bezug auf Geschlecht und Sexualität verhandelt wurde.

Der Vortrag dauert etwa 45 Minuten, arbeitet mit Auszügen aus dem Quellenmaterial und lädt so auch zur Entwicklung eigener Perspektiven auf den Untersuchungsgegenstand ein.

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Vortrag "Entwicklung und Repression der Lesbenbewegung in der DDR" am 4. Dezember 2017, Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie TU Dresden

Im Fokus des Vortrages stehen die Politiken der Lesbenbewegung der DDR, welche in den 1980er Jahren entstand. Deren Politiken werden besonders in ihrer emotionalen Dimension, ihren transnationalen Bezügen und mit Blick auf die Repression durch die Stasi diskutiert. Es ergeben sich spannende Einblicke in die Politisierung von (Homo)sexualität und Geschlecht in der späten DDR.

Der Vortrag dauert etwa eine Stunde und arbeitet mit Bild- und Textquellen.

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Vortrag "Die Kontinuität des Schweigens. Das verhinderte Gedenken der Ost-Berliner Gruppe Lesben in der Kirche im KZ Ravensbrück"

Im Mittelpunkt meines Vortrags steht das verhinderten Gedenken der „Lesben in der Kirche“ (LiK) an die lesbischen Opfer des Nationalsozialismus in der Gedenkstätte des KZ Ravensbrück Mitte der 1980er Jahre. Anhand dieser Ereignisse werde ich den Kampf um Sichtbarkeit der Lesbenbewegung in der DDR und die damit verbundene Politisierung lesbischer Identität diskutieren.

Die LiK gründeten sich 1982. Sie waren zunächst die einzige selbstständige Lesbengruppe in der entstehenden Homosexuellenbewegung der DDR. Sie gaben wichtige Impulse, ausgehend von der Überzeugung, dass nicht die Lesben das Problem sind, sondern die Gesellschaft, die sie diskriminiert und unsichtbar macht. Mit regelmäßigen Veranstaltungen schufen die LiK einen Ort, an dem Lesben sich begegnen und mit ihrer sexuellen Orientierung auseinandersetzen konnten. Sowohl 1984 als auch 1985 und 1986 fuhr die Gruppe in die Gedenkstätte Ravensbrück um dort der lesbischen Opfer des NS zu gedenken. Auf die Entfernung des Eintrags in das Gästebuch und des niedergelegten Kranzes 1984 reagierten die Frauen mit Eingaben und Gesuchen um Gespräche mit offiziellen Stellen. Als sie 1985 an der Feier anlässlich des 40. Jahrestages der Befreiung des KZ teilnehmen wollten, wurden sie mit Polizeigewalt und -gewahrsam davon abgehalten. Im Folgenden schrieben sie zahlreiche Eingaben an politische Stellen und Briefe an bekannte Personen; sie erwirkten so zumindest eine Entschuldigung und eine Führung in der Gedenkstätte, ebenso wie die Anbringung eines Hinweises auf die Bedeutung des rosa Winkels, der Eintrag ins Gästebuch wurde jedoch wiederum entfernt und der Kranz blieb ohne Gebinde.

Das Material für meine Untersuchung sind Archivalien des Grauzone Archivs und des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, sowie nach 1990 veröffentlichte Erfahrungsberichte und Interviews einzelner Gruppenmitglieder. Mein Vortrag schlägt eine Brücke zwischen der, zum Teil noch unbekannten, Verfolgungsgeschichte von Lesben im NS, der Unsichtbarkeit von Lesben in der DDR bis weit in die 1980er Jahre und, in einem Ausblick, zu gegenwärtigen Diskussionen um das „Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen“ in Berlin, welche die anhaltende Marginalisierung von Lesben in der herrschenden Erinnerungspolitik kritisieren.

Ich habe den Vortrag erstmals bei der Konferenz "45 Jahre ‚Kleine Strafrechtsreform‘. Kontinuitäten und Brüche im Umgang mit Homosexualität(en) in Österreich im 20. Jahrhundert" (23. bis 24. Juni 2016, Universität Wien) gehalten.

Der Vortrag dauert etwa 45 Minuten. Es werden eine Vielzahl von Quellen (Auszüge aus Interviews und Protokollen der Gruppe, Photographien) präsentiert, welche zu einer eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema einladen.

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Konferenzbeitrag "Insights in the changing (self-)understandings of lesbians in East Germany during the 1980s
" im Rahmen der internationalen Konferent Communist Homosexuality 1945-1990, Feb 2017, Paris

My talk focused on the changes in the medial representation of female* homosexuality in the German Democratic Republic (GDR) during the 1980s. This will be done in specific relation to the rise of a lesbian political movement and the newly developed political idea of “the integration of homosexuals in socialism”. I focus on the emotional dimension of the (in)visibility and the newly evolving images of lesbians in the 1980s which emerged after an almost after complete absence of any representation in the decades beforehand. After discussing the invisibility and its emotional effects for individuals and the lesbian political movement, I will contrast the representations of lesbians in the mass media during the 1980s with samizdat publications of lesbian political groups. Furthermore I will discuss one of the few attempts when activist groups worked together with the mass media.

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Moderation Podiumsdiskussion "Solidaritätserfahrungen Homosexueller in der DDR der 80er Jahre" am 26. Mai 2016 in Jena

"Am Donnerstag, den 26. Mai 2016 organisierte das ThürAZ im Haus auf der Mauer ein Zeitzeugen-Podium zum Thema "Solidaritätserfahrungen Homosexueller in der DDR der achtziger Jahre". Das Gespräch fand im Rahmen unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe "'Vorwärts – und nicht vergessen': Solidarität in der DDR" statt. Anstatt Ausgrenzungserfahrungen Homosexueller zu fokussieren, welche in der bisherigen Forschungsliteratur zu dem Thema eingehend beleuchtet wurden, fragte das ThürAZ nach Formen praktischer Solidarität, die schwule Männer und lesbische Frauen in Kirche und Gesellschaft in der DDR erfuhren. Der Schwerpunkt lag auf den Jenaer Initiativen Arbeitskreis Homosexuelle Liebe (AKHL) und Redaktionsgruppe frau anders. Die Moderation der Runde übernahm die Kulturwissenschaftlerin Maria Bühner. Sie beschäftigt sich in ihrer Dissertation an der Uni Leipzig mit lesbischer Subjektwerdung in Ostdeutschland von den 1970er bis zu den 1990er Jahren."

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