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Judith Schreier

body image

My topics:

body image fat empowerment body positivity fat acceptance body acceptance

My languages:

German English

My country:

Germany

Examples of previous talks / appearances:

Workshop: Wirklich frei sind wir erst, wenn wir auch dick sein dürfen!

Dick gilt als Tabu, als unter keinen Umständen erstrebenswert, darüber hinaus sind ganze Industrien darauf abgezielt zu verhindern, dass Menschen dick werden. Entstanden in den 1970er Jahren als Untergrundbewegung in San Francisco, gewinnt die Fat Acceptance Bewegung, die diese Einstellungen hinterfragt, nun langsam auch in Deutschland immer mehr an Aufmerksamkeit in feministischen und tendenziell auch in mehrheitsgesellschaftlichen Diskursen. Dicke Menschen erfahren bis heute Diskriminierung und Benachteilungen in allen Lebensbereichen, die sogenannte Fettfeindlichkeit (engl. Fatshaming/Fatphobia/-misia). Die Fat Acceptance Bewegung versucht der Entstehung von Stigmatisierung gegenüber dicken Menschen entgegenzuwirken und somit Diskriminierung abzubauen. Eine feministische Hauptüberzeugung der Bewegung ist dabei, dass Menschen – unabhängig wie dick – Akzeptanz, Wertschätzung und vollständige gesellschaftliche Teilhabe verdienen. Obwohl Menschen aller Gesellschaftsschichten dick sein können, sind besonders Menschen, die Mehrfachdiskriminierungen erfahren, betroffen. Denn der Diskurs über das Dicksein wird gesellschaftlich über mehrere Achsen verhandelt: Gesundheit, Schönheit und Verantwortung. Daraus resultierend sind Frauen und Queers durch die enge Verknüpfung dieser Achsen erhöhter Fettfeindlichkeit ausgesetzt. Beispielsweise müssen Mütter nicht nur selbst dünn, in fettfeindlicher Rhetorik synonym mit gesund und schön, sein, sondern müssen auch konstant dafür sorgen ihre Kinder keinesfalls dick sind oder werden, damit diese möglichst nie zu erwachsenen Dicken werden. Zudem hat sich seit den 1990er Jahren aus der Fat Acceptance Bewegung heraus die Body Positivity Bewegung in den sozialen Medien herausbildet. Obwohl eine Öffnung der Thematiken wünschenswert sein könnte, ist heute der Diskurs zwischen Fat Acceptance und Body Positivity geprägt von Ausschlüssen undZugehörigkeit, kapitalistischer Verwertbarkeit und Ausnutzung der
Slogans.

Im Workshop beschäftigten wir uns mit der Fat Acceptance und Body Positity Bewegung. Wer gehört dazu und für wem ist sie wichtig? Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten? Welche Normen haben wir selbst über unsere Körper verinnerlicht und wie können es schaffen diese feministisch zu hinterfragen und aufzubrechen?

Select LanguageGerman


Wirklich frei sind wir erst, wenn wir auch dick sein können!

Im Vortrag wurden die Bewegungen Fat Acceptance und Body Positivity in ihrem Potential für eine Analyse struktureller Unterdrückungsmechansimen (und einer Emanzipation von diesen) kritisch hinterfragt und dabei immer wieder mit der Kategorie Geschlecht in Beziehung gesetzt werden.

Dick gilt als Tabu, als unter keinen Umständen erstrebenswert, darüber hinaus sind ganze Industrien darauf abgezielt zu verhindern, dass Menschen dick werden. Entstanden in den 1970er Jahren als Untergrundbewegung in San Francisco, gewinnt die Fat Acceptance Bewegung, die diese Einstellungen hinterfragt, nun langsam auch in Deutschland immer mehr an Aufmerksamkeit in feministischen und tendenziell auch in mehrheitsgesellschaftlichen Diskursen.

Dicke Menschen erfahren bis heute Diskriminierung und Benachteilungen in allen Lebensbereichen, die sogenannte Fettfeindlichkeit (engl. Fatshaming/Fatphobia/-misia). Die Fat Acceptance Bewegung versucht der Entstehung von Stigmatisierung gegenüber dicken Menschen entgegenzuwirken und somit Diskriminierung abzubauen. Eine feministische Hauptüberzeugung der Bewegung ist dabei, dass Menschen – unabhängig wie dick – Akzeptanz, Wertschätzung und vollständige gesellschaftliche Teilhabe verdienen. Obwohl Menschen aller Gesellschaftsschichten dick sein können, sind besonders Menschen, die Mehrfachdiskriminierungen erfahren, betroffen. Denn der Diskurs über das Dicksein wird gesellschaftlich über mehrere Achsen verhandelt: Gesundheit, Schönheit und Verantwortung. Daraus resultierend sind Frauen und Queers durch die enge Verknüpfung dieser Achsen erhöhter Fettfeindlichkeit ausgesetzt. Beispielsweise müssen Mütter nicht nur selbst dünn, in fettfeindlicher Rhetorik synonym mit gesund und schön, sein, sondern müssen auch konstant dafür sorgen ihre Kinder keinesfalls dick sind oder werden, damit diese möglichst nie zu erwachsenen Dicken werden. Zudem hat sich seit den 1990er Jahren aus der Fat Acceptance Bewegung heraus die Body Positivity Bewegung in den sozialen Medien herausbildet. Obwohl eine Öffnung der Thematiken wünschenswert sein könnte, ist heute der Diskurs zwischen Fat Acceptance und Body Positivity geprägt von Ausschlüssen und Zugehörigkeit, kapitalistischer Verwertbarkeit und Ausnutzung der Slogans.

Select LanguageGerman


Presentation at the 6th International Weight Stigma Conference

“Don’t look at the package. Look at what’s inside: Anti-fat bias in David Levithan’s Every Day”

My academic presentation discussed the stigmatization of a fat body in the young adult novel, and soon to be released movie, Every Day by David Levithan. The main protagonist, A, who wakes in a different body every day, is not materialized through a body but only through a mind. Analyzing the Cartesian conceptualization of body and mind, this essay questions the purpose of the separation of these entities. The hierarchization of the mind leads to unsatisfactory portrayals of the diverse bodies A wakes up in and does not do justice to the varying experiences of the, for example, queer, PoC, and fat characters. The insufficiency and the problematic character of the body/mind dualism is particularly highlighted by the depiction of Finn Taylor, a fat teenager, in whose body A wakes up one day. The chapter that follows Finn Taylor exhibits discriminatory anti-fat bias despite claiming that A is a nonjudgmental character. But as my analysis shows, Every Day is biased toward and stigmatizes fat bodies. The fat and male body of Finn Taylor is portrayed as repulsive, self-imposed, and as a the stark opposite of a potential romantic and sexual partner. The rejection of the fat body emphasizes the heteronormativity and gender stereotypes the novel consistently employs. The disregard of fat male sexuality proves that the novel is ultimately not an intersectional and progressive project.

Select LanguageEnglish


Women in Science: Über dicke Körper [in David Levithans Roman]

Jugendromane, die queere Themen behandeln, sind zum Glück keine Seltenheit mehr. So reiht sich auch „Letztendlich sind wir dem Universum egal” in dieses Genre ein. A hat keinen Körper und somit auch kein Geschlecht, sondern nur eine Seele, die jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht, darunter auch lesbische, transgender und dicke Körper sowie bodies of color, wodurch die Verbindung von Körper und Seele hinterfragt werden soll. Jedoch ist der Roman nicht erfolgreich in seinem Vorhaben, da dieser sich trotzdem noch auf Heteronormativität und gesellschaftliche und diskriminierende Normen beruft.
Der Vortrag dient als Einführung in das akademische Feld der Fat Studies und wird jenes Wissen praktisch am Beispiel des Tages, an dem A den dicken Körper von Finn Taylor besucht, anwenden. Damit wird die Problematik des Romans aufgezeigt, denn es wird schnell klar, dass die Trennung von Körper und Seele es nicht schafft, Normen aufzubrechen. „Letztendlich sind wir dem Universum egal” betrachtet Identitäten, Körper, und Erfahrungen nicht intersektional. Besonders der dicke Körper von Finn Taylor, und damit dicke, männliche Sexualität, wird hier als unzumutbar und abstoßend dargestellt, was an der Einordnung des Buches als progressiv zweifeln lässt.

Select LanguageGerman