Sophie Schwab

Referentin für Arbeitsmarktpolitik


Themenschwerpunkt: Armut, Arbeit & Feminismus

Sprache/n: Deutsch, Englisch

Stadt: Berlin

Land: Deutschland

Themen: arbeitslosigkeit, frauenarmut, ungleichheit, hartz iv, arbeitsmarktpolitik, sozialpolitik, armut, arbeitslosenversicherung, berufliche weiterbildung, frauen und arbeit, kinderarmut, sgb iii, feminismus, klassismus

Biografie:

Studiert habe ich Soziale Arbeit (B.A.) und Sozialwissenschaften (B.A. & M.A.). Meine Berufserfahrung: Sozialarbeiterin in einem offenen Jugendhaus, stellv. Frauen*beauftragte an der Alice Salomon Hochschule, Referentin für Sozialpolitik, Armut- und Verteilungsfragen beim Bundesverband der AWO, war stellv. Sprecherin der nationalen Armutskonferenz und seit Juni 2018 bin ich beim Sprecher für Arbeitsmarktpolitik der grünen Bundestagsfraktion als Referentin für Arbeitsmarktpolitik beschäftigt.

Vorträge / Referenzen:

Workshop: "Das arme Geschlecht? Institutionelle & strukturelle Diskriminierung von Frauen* im Kontext von Arbeit verstehen und Gegenstrategien entwickeln / Sommerakademmie der Grünen Jugend

„Job weg, Geld weg, Wohnung weg, Freunde weg“ – so beschrieb mir eine ehemalige Kollegin ihren „Sinkflug ins soziale Abseits“. Als alleinerziehende Mutter saß sie in der Armutsfalle – wie viele Frauen in Deutschland. Denn eines der größten Armutsrisiken in Deutschland ist, eine Frau zu sein. Die verschiedenen Aspekte der Armut von Frauen werden wir in
dem Workshop diskutieren.
Sowohl in jungen Jahren als auch im Alter sind Frauen deutlich stärker armutsgefährdet als Männer. Die Gründe dafür sind vielfältig: Frauen sind aktiv und engagiert. Sie kümmern sich um die Kinder, sie pflegen altgewordene Angehörige, sie wirken ehrenamtlich mit in politischen Gruppen oder in sozialen Initiativen. Sie bringen über die Hälfte mehr Zeit unentgeltlich in die Sorgearbeit ein als Männer (plus 52,4%). Als Dank ernten sie schlechte Rückkehrchancen in den Beruf, prekäre Arbeitsverhältnisse und deutlich geringere Renten.
Für Frauen hat sich immer noch nicht das Recht auf eigenständige Existenzsicherung durchgesetzt, unabhängig davon in welchen Zusammenhängen sie leben. Die Tatsache, dass Arbeitsmarkt-, Familien-, Wohnungsbau- und Sozialpolitik immer noch an einem
Familienmodell orientiert sind, das einen Haupternährer und eine Zuverdienerin vorsieht, verdrängt Frauen aus dem regulären Arbeitsmarkt in prekäre oder unbezahlte Beschäftigungsverhältnisse.
Lange ist bekannt, was dieser strukturellen und institutionellen Diskriminerung ein Ende setzen würde. U.a. geht es um das Schließen des sogen. Gender-Pay-Gaps oder das Frauen konnotierte Berufe grundlegend besser bezahlt werden müssen oder dass Sorgearbeit für Kinder oder zu pflegende Angehörige nicht länger die Ursache dafür sein darf, in Armut zu geraten. Dafür braucht es Veränderungen im Steuer-, Sozial- und Familienrecht. Und was noch? Was muss der Staat tun? Was die Gesellschaft? Wie können wir uns als Individuum und als Gruppe bzw. Organisation gegen diese institutionelle und strukturelle Diskriminierung wehren?
Im Workshop werden wir die verschiedenen Ebenen und Bereiche institutioneller sowie struktureller Diskriminierung von Frauen* im Kontext von Arbeit identifizieren. Des Weiteren wird uns die Frage beschäftigen, was das alles mit Kapitalismus zu tun hat. Unterstützung bei unseren Analysen bekommen wir von der intersektionalen Perspektive. Insgesamt möchte ich darüberhinaus einen Überblick über die Landschaft der politischen Forderungen geben und diese gemeinsam mit euch weiter entwickeln. Im Zentrum des letzten Teil des Workshops stehen Aktionen und Kampagnen. Wir werden uns über eigene Ideen für mögliche Protestformen und Widerstand austauschen.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Vortrag: "Keine Ausreden mehr: Armut endlich stoppen !"

Mit einjähriger Verspätung hat die Bundesregierung den 5. Armuts- und Reichtumsbericht veröffentlicht.
„Wir brauchen eine wirksame Umverteilung“, kommentiert der AWO-Bundesverband den Bericht in einer Stellungnahme, denn er belegt erneut die Spaltung unserer Gesellschaft. „Die Politik darf das Auseinanderdriften unserer Gesellschaft in Arm und Reich nicht länger mit ansehen, sondern muss endlich wirksame Umverteilungsmaßnahmen ergreifen. Vor allem darf sie angesichts der bevorstehenden Bundestagswahlen keine weiteren Steuergeschenke an Reiche und Vermögende versprechen“, so die AWO weiter.
Mit dieser konsequenten Haltung steht die AWO nicht allein. Auch die Nationale Armutskonferenz, die Gewerkschaften und viele weitere Organisationen, Verbände und Initiativen fordern endlich Konsequenzen und eine Umverteilung.
Die Referentin skizziert die zentralen Ergebnisse des Berichtes, weist exemplarisch auf Mängel hin und zeigt an ausgewählten Beispielen den konkreten Handlungsbedarf in der Politik auf.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Konzept und Leitartikel der Publikation: "Armutsrisiko Geschlecht: Armutslagen von Frauen in Deutschland"

Armut von Frauen in Deutschland nicht länger hinnehmen
Sowohl in jungen Jahren als auch im Alter sind Frauen deutlich stärker armutsgefährdet als Männer. Die Gründe dafür sind vielfältig: Frauen sind aktiv und engagiert. Sie kümmern sich um die Kinder, sie pflegen altgewordene Angehörige, sie wirken ehrenamtlich mit in der Kita oder Schule, im Sport oder in sozialen Initiativen. Sie bringen über die Hälfte mehr Zeit unentgeltlich in die Sorgearbeit ein als Männer (plus 52,4%). Als Dank ernten sie schlechte Rückkehrchancen in den Beruf, prekäre Arbeitsverhältnisse und deutlich geringere Renten.
Das Recht auf eigenständige Existenzsicherung hat sich für Frauen in Deutschland, egal in welchen Zusammenhängen sie leben, noch nicht durchgesetzt habe. Die Tatsache, dass Arbeitsmarkt-, Familien-, Wohnungsbau- und Sozialpolitik immer noch an einem Familienmodell orientiert sind, das einen Haupternährer und eine Zuverdienerin vorsieht, verdrängt Frauen aus dem regulären Arbeitsmarkt in prekäre oder unbezahlte Beschäftigungsverhältnisse.
Es gilt erstens den Gender-Pay-Gap zu schließen, das heißt mehr Vollzeitjobs für Frauen und gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit. Zweitens müssen Berufe, in denen vorwiegend Frauen tätig sind, wie im Einzelhandel oder im Sozial- bzw. Gesundheitswesens, dringend monetär aufgewertet werden. Und drittens darf die Sorgearbeit für Kinder oder zu pflegende Angehörige nicht länger die Ursache dafür sein, in Armut zu geraten.“ Dafür brauche es im Steuer-, Sozial- und Familienrecht einen angemessenen Familienlastenausgleich. Das Ehegattensplitting müsse durch eine Individualbesteuerung mit einem übertragbaren Grundfreibetrag ersetzt und eine neue bedarfsdeckende einheitliche Geldleistung für alle Kinder geschaffen werden.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Teilnahme an Podiumsdiskussion: "Sozialpolitische Maßnahmen zur Armutsbekämpfung" / Fachtag "Armut in den Blick nehmen Sozialstaat stärken!"

Auszug aus Tagungsdokumentation: "Sophie Schwab, Stellvertretende Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz, AWO Bundesverband: Angesprochen auf den FünftenArmuts-und Reichtumsbericht der Bundesregierung betonte Sophie Schwab, stellvertretende Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz, dass im Bericht sowohl eine fundierte Ursachenbeschreibung von Armut als auch politische Schlussfolgerungen fehlen. Der Armuts-und Reichtumsbericht sei ein wichtiger Datenspeicher –er müsse jedoch auch genutzt werden. Das BündnisReich-tum Umverteilen, welches durch Sophie Schwab auf dem Podium vertreten wurde, setzt sich für den Zusammenhalt in der Gesellschaft, eine sozial gerechte Politik und die Stärkung des Sozialstaates ein. Gemeinsam fordert das Bündnis unter anderem eine bessere soziale Absicherung von Beschäftigten, mehr öffentliche Investitionen, etwa in Infrastruktur und Bildungseinrichtungen, sowie bezahlbaren Wohnraum."

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Input: "Prevention Chains as an Option to Fight & Prevent Child Poverty on the Local Level" / Workshop: "Investing in children and breaking the cycle of disadvantage: Paving the way to a better future" / Annual Convention for Inclusive Growth 2017

In dem Vortrag stellte ich die Präventionskette gegen Kinderarmut vor: https://www.eapn.eu/wp-content/uploads/2017/05/EAPN-2017-ACIG-Presentation-Sophie-Schwab-Investing-in-Children-EAPN-Germany-1126.pdf

Dieser Vortrag ist auf: Englisch
Teilnahme an Podiumsdiskussion: "Klassismus"

Im neuen Themenheft geht es um den sogenannten Klassismus: die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft. Stefan Reinecke, Journalist bei der taz, hat schon reingelesen und stellt das Heft am 16. November vor. Gemeinsam mit drei Autor*innen des Themenhefts - Sanem Kleff, Rico Grimm und Eberhard Seidel - sowie Sophie Schwab, stellvertretende Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz, diskutiert er, was Klassismus ist, warum die Auseinandersetzung damit so wichtig ist und wie sie geführt werden kann.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Vortrag: "Bilanz der zehnjährigen EU-Zuwanderung für die Bundesebene Was sagen die Zahlen?" / Fachtagung: "Zehn Jahre EU-Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien Lokale Erfahrungen und gesellschaftliche Anforderungen"

Mit dem Fokus auf die Flüchtlingssituation ist die EU Zuwanderung in den Schatten der Aufmerksamkeit geraten. Dabei verweist die Zuwanderung innerhalb der Europäischen Union auf die bestehenden strukturellen Integrationsdefizite in unserer Gesellschaft. Sie
wurden mit der Diskussion um die „Armutszuwanderung“ den Zugewanderten zum Vorwurf gemacht. Gleichzeitig wird der Gewinn, den Deutschland durch den Arbeitskräftezuzug erfährt, davon entkoppelt. Der Vortrag soll beide Aspekte zusammenbringen und eine Bilanz der Auswirkung der zehnjährigen EU-Mitgliedschaft von Bulgarien und Rumänien auf die deutsche Gesellschaft ziehen.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Workshop auf Armutskongress: "Die Umverteiler vernetzen sich – Aktionsworkshop vom Bündnis „Reichtum umverteilen – ein gerechtes Land für alle!“

Informations-, Mobilisierungs- und Vernetzungsworkshop für das Bündnis "Reichtum umverteilen! - Ein gerechtes Land für alle!"

Teilnahme an Podiumsdiskussion: "Auf dem Weg zur sozialen EU? "

Am 26. April 2017 präsentierte die EU-Kommission die Europäische Säule sozialer Rechte.

Die soziale Säule wird richtungsweisend für die soziale Zukunft der EU und die Eurozone sein. Sie wird sich maßgeblich auf die Arbeitsmärkte und die sozialen Sicherungssysteme in der EU auswirken.

Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände, soziale Initiativen, Parteien, das EU-Parlament und viele andere haben ihre Forderungen während der Konsultationsphase eingebracht.

Wir fragten heute in der Diskussion mit Thomas Händel, Klaus Lederer, Georg Fischer, Heike Werner, Thomas Fischer, Sophie Schwab und Gabi Zimmer:

Hält die soziale Säule, was sie verspricht?
Welche Vorschläge aus der Konsultation hat die Kommission aufgegriffen?
Wie können wir die soziale Säule in Deutschland nutzen?
Was muss jetzt auf der EU-Ebene passieren?

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Konzept und Leitartikel der Publikation: "Selber schuld?! Analyse der AWO von strukturellen und institutionellen Armutsursachen"

Über die Definition von Armut und über Armutssymptome wird viel gesprochen. Aus Sicht der AWO ist es aber mindestens genauso wichtig die Ursachen - also die Gründe für Armut zu untersuchen. Das hat die AWO getan und veröffentlicht eine umfassende Analyse von institutionellen und strukturellen Armutsursachen mit dem Titel: „Selber schuld? Analyse der AWO von strukturellen und institutionellen Armutsursachen“.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch