Pauline Lörzer

Freischaffende Kulturwissenschaftlerin


Themenschwerpunkt: Kultur-Märchen-Heimat-Historie

Sprache/n: Deutsch, Englisch

Stadt: Jena

Bundesland: Thüringen

Land: Deutschland

Themen: museum, ehrenamt, digital storytelling, kulturgeschichte, märchen, vereinsarbeit, frauen stark machen, demokratieförderung, alltagsriten, heimat

Ich biete: Vortrag, Moderation, Seminarleitung, Beratung, Training, Interview

  Ich bin bereit, für eine Veranstaltung zu reisen.

  Ich bin bereit, für gemeinnützige Zwecke kostenfrei zu sprechen.

Persönliche Anmerkung:

Gerne arbeite ich mich nach Absprache auch in neue Themen ein.

Biografie:

Pauline Lörzer studierte Volkskunde (Empirische Kulturwissenschaften)/Kulturgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Interkulturelles Musik- und Veranstaltungsmanagement an der Franz-Liszt-Hochschule Weimar

Für sechs Jahre leitete sie das Stadtmuseum in Camburg und engagierte sich für digitale Strategien für kleine Museen und Heimatstuben.
Parallel war sie mehrere Jahre Chefredakteurin des Fachmagazins "Märchenspiegel" und publiziert vielfach zu verschiedenen Themen der Erzählforschung. Als Referentin tritt sie auf Fachtagungen und Konferenzen zu verschiedenen Themen auf und leitet seit Jahren Seminare und Workshops für verschiedene Träger wie der FSU Jena, dem Heimatbund Thüringen, dem ThILLM oder der Klassikstiftung Weimar und arbeitet sowohl mit Erwachsenen als auch Kindern.

Ehrenamtlich engagiert sie sich im Vorstand des Heimatbund Thüringens e.V., der Thüringischen Vereinigung für Volkskunde e.V., der Volkskundlichen Kommission Thüringen und innerhalb der "Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft" (DGEKW) in den Fachgruppen für Erzählforschung, Sachkultur und Museum, sowie Populäre Unterhaltung und Vergnügen.

Vorträge / Referenzen:

Vortragsthema

Ein Thüringer im Morgenland - Otto Schotts Orientreise 1891
Der Orient war über Jahrhunderte eine Region, die vom Westen gleichsam mit großer Furcht und großer Bewunderung, Schrecken und Sehnsüchten bedacht wurde. Mit dem späten 18. Jahrhundert und dem Beginn der Entdeckungsreisen, wurde der Orient wissenschaftlich, literarisch und künstlerisch immer mehr erschlossen. Die Erfindung der Eisenbahn und des Dampfschiffes, welche die Grundlage für die Entwicklung des Massentourismus waren, erschlossen diesen Raum auch für einfache Reisende.
Einer davon war der Jenaer Industrielle Otto Schott. Anhand seines Reisetagebuchs, wird seine Reise von Jena nach Konstantinopel nachvollzogen und seine Eindrücke und Erfahrungen in die Entwicklung der Reisekultur des 19. Jahrhunderts gestellt.

Vortragsthema

Wie Thüringen eine Heimat wurde – Das Schicksal Gabriel Iwans im 19. Jahrhundert

Menschen haben aus den unterschiedlichsten Gründen schon immer ihre Heimat verlassen und ein neues Leben in der Fremde begonnen. Dabei waren sie dort nicht immer willkommen. Der Vortrag verfolgt die Geschichte des Polen Gabriel Iwans, den das Schicksal durch den napoleonischen Krieg nach Camburg in Thüringen brachte und der über Jahre dafür kämpfte, dort ein neues Leben beginnen zu können.

Vortragsthema

Vom Kauen und Schmatzen der Toten in Gräbern - Untote in Volkserzählungen

Alle Kulturen haben gemeinsam, dass man in ihnen erzählt. Ob als Märchen, Sagen, Mythen, oder Schwank wurden sie über Jahrhunderte mündlich überlieferten. Gemeinsam haben sie auch, dass der Tot in ihnen nicht immer das Ende ist - nicht für die Lebenden und nicht für die Handlung der Geschichten. Dabei gibt es zahlreiche Formen von Wiedergängern, die nach dem Ableben erneut aus dem Grab kommen und noch mehr Gründe, warum sie ihre Ruhe nicht finden.
Informativ und humorvoll schaut der Vortrag, wann und wo Lebende und Tote in Volkserzählungen aufeinandertreffen, wo die Hintergründe der Geschichten liegen und was für Folgen diese Begegnungen haben.

Seminarthema

Märchen und Heimat

In diesem Seminar für Grundschulkinder wird sich mithilfe von Märchen dem Thema der Heimat und was sie für jeden einzelnen bedeutet angenähert. Denn auch die Märchenhelden- und heldinnen ziehen aus unterschiedlichsten Gründen hinaus in die Welt - für Abenteuer und auf der Suche nach Glück, aber auch auf der Flucht vor Hunger, Armut und drohendem Tod. Dabei können sie woanders eine neue Heimat finden, kehren aber auch manchmal mit ihren neuen Erfahrungen zu ihren Wurzeln zurück.
Spielerisch und über den Kindern vertraute Geschichten, kann so das schwierige Thema verständlich vermittelt werden.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Vortragsthema

Wenn die Mittagshexe kommt – Von Dürre, Hitze und Dämonen in alten Volkserzählungen

Die Sonne ist Grundlage allen Lebens. Wie sie auf die Erde kam und wie der Wechsel von Tag und Nacht und die Entstehung der Jahreszeiten vonstattenging, ist deshalb Bestandteil vieler Mythen. Dass die Sonne nicht nur Fruchtbarkeit bringt, sondern im Übermaß auch schaden kann, zeigt sich darüber hinaus in vielen anderen Märchen, wie Theodor Storms berühmten Kunstmärchen „Die Regentrude“. Auch die „Mittagshexe“ spielt jenen übel mit, die sich in der Mittagshitze trotzdem noch auf dem Feld aufhalten.
Dass Sonne und Hitze so häufig eine Rolle spielt, verwundert kaum, denn das Wetter war vor allem in der bäuerlichen Lebenswelt die Grundlage des alltäglichen Lebens und Überlebens. Der Vortrag begibt sich deshalb auf die sonnigen Spuren in Märchen, Mythen und Sagen und schaut, wie die Sonne und besonders die Hitze und Dürre ihren Weg in die Erzählgattungen gefunden hat.

Vortragsthema

Die nordische Mythologie in der Kriegspropaganda des 1. Weltkrieges

Umfassende und gezielte Propaganda als Massenmanipulation der öffentlichen Meinung hat ihre Wurzeln in den beiden Weltkriegen. Besonders die nordisch-germanische Mythologie wurde dabei instrumentalisiert, um die eigenen Kriegsinteressen im Volk zu „vermarkten“.
Der Vortrag beleuchtet, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die religiösen Motive und Geschichten in der Bevölkerung so bekannt waren, dass sie gezielt für die Propaganda missbraucht werden konnten und zeigt an Beispielen, wie sie von Kaiser Wilhelm und seinem Militärstab im 1. Weltkrieg angewendet wurden.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
Vortragsthema

„Gehilfen übernehmen keine Mädchenarbeit“ Die Camburger Druckereifrauen in der Demobilmachung nach dem 1. Weltkrieg
Für Frauen gab es Jahrhunderte lang beruflich starke Begrenzungen und Reglementierungen. Während im 1. Weltkrieg als ersten „totalen Krieg“ ein Großteil der Männer an die Front muss, werden Frauen notgedrungen in die Fabriken, Verkehrs- und Handwerksberufe geholt und leisten für Jahre die Arbeit der Männer.
Am Beispiel der Camburger Druckerei von Robert Peitz können die Vorgänge während des Krieges nachvollzogen werden und vor allem jene danach: denn als in der Demobilmachung die Frauen von den Kriegsheimkehrern aus ihren Berufen gedrängt werden sollen, kämpft der Verleger um seine weiblichen Arbeitskräfte. Ein stellvertretendes Beispiel für ein neues Selbstbewusstsein der Frauen und die Grundlage für die Entwicklung des modernen Arbeitsmarktes.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch