Birgit Haberpeuntner

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Übersetzungstheorie/-praxis

Meine Webseite/Blog:

http://www.ifk.ac.at/index.php/fellowlist/items/172

Meine Themen:

kritische theorie literaturwissenschaft anglistik usa kulturwissenschaften postkoloniale theorie translation übersetzen

Meine Sprache/n:

Englisch Deutsch

Meine Stadt:

Wien

Mein Land:

Österreich

Meine Biografie:

Während des Studienjahrs 2016/2017 bin ich als Junior Fellow des IFK (Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften) in Berlin und Montreal unterwegs um an meiner Dissertation über "Walter Benjamin und Kulturelle Übersetzung" zu arbeiten. In Berlin recherchiere ich im Walter Benjamin Archiv; im multilingualen Montreal arbeite ich am Canadian Center for German and European Studies. Ich studierte an der Universität Wien Anglistik/Amerikanistik, Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Translationswissenschaft, und verbrachte Studien- und Forschungsaufenthalte an der Concordia University in Montreal und an der Columbia University in New York. Seit 2009 arbeite ich außerdem bei Centropa, einem Verein zur Dokumentation und Erforschung jüdischen Lebens in Mittel- und Osteuropa, wo ich hauptsätzlich Biografien übersetze, Fördermittel akquiriere und Konferenzen für Pädagog_innen organisiere.

Meine Forschungsinteressen sind breit gefächert, lassen sich aber im Moment am besten durch den Knotenpunkt "Übersetzung" bezeichnen. Es geht dabei vor allem um die aktuelle Tendenz in den Geistes- und Kulturwissenschaften, den Übersetzungsprozess und -begriff nicht nur als linguistische Bewegung zwischen zwei Sprachen zu verstehen, sondern seine Auswirkungen auf andere Felder, sowie sein Hinausreichen über Sprache an sich zu untersuchen. Einerseits war und ist die inter-linguale Übersetzungspraxis ein Ort, an dem sich Machtbeziehungen ausspielen und verhandeln; sie trägt sowohl das Potential in sich, Schauplatz für hegemoniale Machtausübung zu werden, als auch das Potential für deren Subversion, und bietet sich darum als Einstiegspunkt für postkoloniale Untersuchungen an. Andererseits führt das Nachdenken über interlinguale Übersetzungsprozesse zu epistemologischen und hermeneutischen Grundfragen, was die Vermutung zulässt, dass es sich bei interlingualer Übersetzung um einen Sonderfall einer viel weitreichenderen Bewegung handelt: Die Verlockung ist groß, anhand des Nachdenkens über inter-linguale Übersetzungsprozesse auf inner-sprachliche und nicht-sprachliche Veränderungs-, Verstehens- und Transformationsprozesse zu schließen. Außerdem stellt sich bei diesen Überlegungen zu unterschiedlichen Übersetzungskonzepten wiederholt die aktuell für mich besonders relevante Frage nach dem Verhältnis zwischen Theorie und Praxis.