Stefanie Kegel

UX-Strategie & Research


Themenschwerpunkt: Technology & Psychology

Mein Twittername: @guerillagirl_

Webseiten/Blogs/Soziale Medien: https://rrraw.studio/
https://www.guerillagirl.de/

Social Media:

Sprache/n: Deutsch, Englisch

Wohnort: Berlin

Bundesland: Berlin

Land: Deutschland

Themen: participation design, sozialpsychologie, user experience, foresight, feminismus & technologie, partizipative technikgestaltung, speculative design

Ich biete: Vortrag, Seminarleitung, Beratung, Interview

Persönliche Anmerkung:

Feministische Technologiegestaltung / / Team Biases // UX Research ohne blind spots // Zielgruppengerechte Technikgestaltung // Tech Ethics & Spekulatives Design

Biografie:

Ich lebe und arbeite als UX-Strategin und Researcherin in Berlin und habe fast 20 Jahre Erfahrung in der Gestaltung von Interaktionen zwischen Mensch und Technik – dem Design von digitalen Produkten und Services. In meinem Beruf fokussiere ich mich auf strategische Discovery, UX Research und Risk Foresight.

Ich schließe derzeit mein Psychologiestudium (Teilzeit) ab und habe 2016 das Berliner Chapter von „Ladies that UX" – einer globalen Community für Frauen im Bereich User Experience – mitgegründet, aus dem ich 2025 ausgestiegen bin.

Ich lehre an der Hochschule Mannheim Human-Centred Design und bin großer Fan der Selbstbestimmungstheorie von Deci & Ryan, die ich mit den Grundsätzen des Human-Centred Design verbinde.

Vorträge / Referenzen:

UUX - aber bitte inklusive: Ein Plädoyer für eine feministische Perspektive auf HCI (2021)
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„Technology is not neutral. We're inside of what we make, and it's inside of us. We're living in a world of connections - and it matters which ones get made and unmade.” – Donna Haraway, 1997

Dieses Zitat ist aktueller denn je, denn digitale Technologien sind allgegenwärtig und bestimmen in vielerlei Hinsicht unseren Alltag. Doch wer entscheidet eigentlich wie all diese digitalen Produkte und Services aussehen? Wer gestaltet und entwickelt diese Produkte/Services?

Diese Fragestellung ist insbesondere deshalb relevant, da die Digitalisierung und somit die Technologisierung unseres Alltags nicht nur ein rein technologischer sondern eben auch ein sozialer Prozess ist. Technologie wird zwar gerne als „neutral“ oder gar „objektiv“ „geframt“ / dargestellt – ist es aber nicht. Bereits bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten sowie soziale Konstrukte wie zB das Geschlechterkonstrukt (Gender) kommen dadurch mit teils erheblichen Konsequenzen ans Tageslicht bzw werden uns wie ein Spiegel vorgehalten.
Stereotype, über die wir uns gar nicht bewusst sind, können sich direkt auf unsere digitalen Produkte und Services übertragen. Digitale Assistent*innen sind z.B standardmäßig mit einer weiblichen Stimme ausgestattet, was dem vorherrschenden femininen Stereotyp entspricht welcher damit verstärkt wird. Ein weiteres Beispiel: Die 2019 von Apple eingeführte Kreditkarte (Apple Card) kam in die Schlagzeilen, da bei gleichen Einkünften Frauen durch den Algorithmus ein um ein vielfaches geringerer Kredit gewährt wurde als Männern.

In diesem Vortrag beleuchte ich, was diese impliziten sozialen Konstrukte für die Entwicklung digitaler Technologien bedeuten und welche Konsequenzen wir daraus ziehen sollten.

Video: UUX - aber bitte inklusive: Ein Plädoyer für eine feministische Perspektive auf HCI (2021)

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
DW Shift: Gleichberechtigung im Design (2022)

In der Sendung „Shift“ der Deutschen Welle ging es 2022 um Gleichberechtigung im Design. Ich spreche im mittleren Teil der Sendung darüber, warum digitale Produkte bis heute Perspektiven systematisch ausschließen, welche Auswirkungen das auf Nutzer*innen hat und warum das kein Nebenthema ist, sondern eine zentrale Designfrage. Das Thema ist auch 2026 nicht erledigt, im Gegenteil, mit KI-Systemen verschärft sich vieles davon noch.

Beyond user-centered Design: Eine system-ökologische Perspektive (2023)

DieserVortrag mit anschließendem kurzem spekulativen Design-Workshop wirft einen kritischen Blick auf die Praxis, sich bei der Technologieentwicklung ausschließlich auf die Bedürfnisse der Nutzer*innen zu konzentrieren.

Themen sind
- Die Bedeutung, über individuelle Nutzerbedürfnisse hinauszudenken
- Integration ökologischer und gesellschaftlicher Auswirkungen in den Designprozess
- Vorstellung einer adaptierten Methode aus der Psychologie zur Berücksichtigung des breiteren Kontexts im Design

Im anschließenden speculative Design Workshop werden dann anhand des vorgestellten Modells mögliche Zukunftsszenarien durch gezielte Fragen und strukturierte Überlegungen entwickelt. Ziel ist es, dass bereits im Entwicklungsprozess Produkte und Dienstleistungen aus einem ganzheitlichen Blickwinkel – wie dem Einbezug der ökologischen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen betrachtet werden.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch
10 Feminist Heuristics for Digital Design (2026)

Nielsen's Usability-Heuristiken stammen aus einer Zeit, in der Software vor allem Tools für einzelne Nutzer*innen waren – zu der Zeit spielten Kontext und Machtverhältnisse kaum eine Rolle. Heute strukturieren unsere allgegenwärtigen digitale Systeme soziale Realitäten: Algorithmen und Plattformen beeinflussen, wer Zugang zu Chancen bekommt und wer nicht.

In diesem Artikel schlage ich analog zu Nielsens "10 Usability Heuristics for Design" zehn feministische Heuristiken für digitales Design vor – von der Sichtbarkeit von Machtverhältnissen über Pluralismus statt One-Size-Fits-All bis zur aktiven statt nachträglichen Schadensvermeidung. Inspiriert von Feminist HCI (Bardzell), Data Feminism (D'Ignazio & Klein) und meiner eigenen Arbeit zum ökosystemischen Ansatz in der Lehre. Anwendbar auf Interfaces, Plattformen und algorithmische Systeme – mit konkreten Praxis-Ideen und Methoden für Teams.

Von der Waschmaschine zum Roboter: Die Illusion der technologischen Befreiung (2026)

Der Beitrag zieht eine Parallele zwischen dem Technologieversprechen der Haushaltsgeräte der 1960er-Jahre und dem heutigen Versprechen KI-gestützter Haushaltsroboter: Beide sollen Frauen von Hausarbeit befreien – doch beide übersehen die kognitive Dimension unbezahlter Care-Arbeit, das sogenannte Mental Labor (Planen, Koordinieren, Überwachen, vorausschauendes Denken). Gestützt auf Forschung zu Mental Labor (u. a. Daminger 2019, Aviv et al. 2025) argumentiert der Text, dass diese kognitive Arbeit nach wie vor überproportional bei Frauen liegt – auch in Haushalten, die sich selbst als gleichberechtigt verstehen.

Anhand der historischen Analyse von Cowan (1983) zeigt der Beitrag, dass frühere Technologieversprechen nicht eingelöst wurden: Effizienzgewinne führten zu höheren Ansprüchen statt zu mehr freier Zeit. Übertragen auf heutige Haushaltsroboter wird mittels kognitionspsychologischer Forschung (Strayer et al. zu „Cognitive Distraction") sowie kritischer Smart-Home-Forschung (Sadowski et al. 2024) argumentiert, dass Automatisierung physische Arbeit zwar reduziert, aber neue Formen kognitiver Überwachungsarbeit erzeugt (Setup, Monitoring, Troubleshooting).

Fazit: Haushaltsarbeit ist primär ein soziales und strukturelles Verteilungsproblem, kein rein technisches. Technologie transformiert Arbeit, statt sie zu eliminieren – echte Entlastung erfordert die bewusste, faire Verteilung von Mental Labor, und nicht nur neue Geräte mit Heilsversprechen.

https://doi.org/10.17185/gender/20260217